Ein Bild sagt mehr als tausend Worte .......

Allgemeine Beschreibung
Inmitten der Gailtaler Alpen. Nur wenige Kilometer südöstlich des Weißensees gelegen, befindet sich der Farchtensee (985 m ü. A.) in einem Paralleltal zum Stockenboier Graben. Das Seebecken wird im Süden durch den Kamm der 2.044 m hohen Graslitzen, einem Gipfel im Hauptkamm der Gailtaler Alpen, sowie im Norden durch den Bergrücken des Zlan-Nocks begrenzt. Der See liegt im zentralen Teil der aus verschiedenen Kalken, Dolomiten und mergeligen Gesteinen der Trias aufgebauten Gailtaler Alpen. Er ist eingesenkt in junge quartäre Ablagerungen.
Die Ufer weisen mit wenigen Ausnahmen eine natürliche Vegetation auf. Im Süden reichen Waldbestände bis an das Ufer heran, der Norden wird vorwiegend von Naßwiesen eingenommen. Westlich und östlich des Sees befinden sich urwüchsige Kalkflachmoore, die dichte Bestände der Fadensegge sowie in geringen Mengen Schilf und Fieberklee aufweisen. Dem Ufersaum vorgelagert, befindet sich ein schmaler Gürtel der gelben Teichrose.
Kaum besiedeltes Umland. Das Umland des Farchtensees ist, von wenigen Häusern abgesehen, nahezu unbesiedelt. Entlang des Nordufers verläuft, durch Naßwiesen vom See getrennt, die Farchtensee-Landesstraße.
Ein kleines Gerinne, das aus der im Osten angrenzenden Talfurche zufließt, speist vorwiegend den See. Der relativ starke Abfluss mit einem langjährigen Jahresmittel von 140 l/s deutet außerdem auf einen Grundwassereintrag aus den umgebenden Schotterkörpern hin. Der Abfluss verlässt den See im Westen, vereinigt sich mit dem Tscherniheimer Bach und strömt dem Weißenbach - dem Abfluss des Weißensees - zu.
Nährstoffarmes Gewässer. Der Farchtensee gehört dem Typus des nährstoffarmen (oligotrophen) Kalkalpensees an. Charakteristisch für ihn ist die regelmäßig durch Hochwasser eingebrachte Kalktrübe, die die Sichttiefe zeitweise stark vermindert. In hochwasserfreien Zeiten weist der See aufgrund geringer Algenproduktion Sichttiefen bis zu 8 m auf.
Sommerliche Wassertemperaturen. Trotz der relativ hohen Lage erreicht der See während des Hochsommers Temperaturen über 21°C. Die Erwärmung im Frühsommer erfolgt sehr langsam, die höchsten Temperaturen werden von Ende Juli bis Ende August gemessen.
Landschaftsschutz. Der Farchtensee und seine Umgebung wurden mit einer Fläche von 190 ha zum gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet erklärt (LGBl. Nr. 85/1970).

Fischbestand
Im Farchtensee kommen folgende 7 Fischarten vor (FARKAS, mündl. Mitteilung):
Hecht (Esox lucius) Barsch (Perca fluviatilis) Blau Barsch Aitel (Leuciscus cephalus) Karpfen (Cyprinus carpio) Rotauge (Rutilus rutilus) Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) Schleie (Tinca tinca)
Rotfedern stellen die dominierende Fischart im Farchtensee dar. Früher gab es auch noch Salmoniden im See, deren Bestand nach dem Einbringen der Hechte in den See deutlich zurückgegangen ist, sodass bei einer fischereilichen Bestandserhebung keine Bach- bzw. Seeforellen mehr nachgewiesen werden konnten (SCHULZ, 1988). Auch konnten in letzter Zeit keine kapitalen Exemplare an Hechten mehr nachgewiesen werden, die Ursache dürfte im verminderten Nahrungsangebot liegen (FARKAS, mündl. Mitteilung).

Krebsvorkommen
Höchstgelegener Edelkrebsbestand Kärntens. Der Farchtensee beherbergt den höchstgelegenen Edelkrebsbestand (Astacus astacus) Kärntens. Die bereichsweise üppige Makrophytenvegetation (ausgedehnte Teichrosenbestände usw.) bietet günstige Lebensraumbedingungen für die Krebse. Da das Vorkommen weit höher als das natürliche Verbreitungsareal des Edelkrebses liegt, ist davon auszugehen, dass die Krebse durch Besatzmaßnahmen in den See gelangten.

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