Ein Bild sagt mehr als tausend Worte .......

Allgemeine Beschreibung
Der zweitgrößte See Kärntens, der Millstätter See, hat eine Fläche von 13,28 km². Mit einer Tiefe von 141 m und einem Volumen von 1.204,6 Mio m³ ist er der tiefste und wasserreichste See des Landes.
Das Becken des Millstätter Sees ist lang gestreckt, ungegliedert und weist sehr steile Uferböschungen auf, welche für seine große mittlere Tiefe von 88,6 m verantwortlich sind. Die glazial geformte Talfurche des Millstätter Sees liegt eingebettet in kristalline Schiefer und verläuft parallel zum Drautal. Das Einzugsgebiet des Millstätter Sees ist mit 284,5 km² etwa 21 Mal so groß wie die Seefläche. Zwischen dem See und dem Drautal im Süden befindet sich eine 2 km breite, von Wald und Mooren bedeckte Hochfläche. Da diese Hochfläche steil gegen den See abfällt, konnten sich am Südufer keine größeren Siedlungen entwickeln. Im Norden und Osten wird der See von den Kuppen der Nockberge umrahmt, von denen die Millstätter Alpe im Norden und der Mirnock im Osten unmittelbar und relativ steil zum Seebecken abfallen. Das klimatisch begünstigte Nordufer des Sees ist dicht besiedelt, hier liegen die beliebten Zentren des Sommertourismus: Seeboden, Millstatt, Döbriach sowie im nördlichen Einzugsgebiet Radenthein und das Wintersportgebiet Bad Kleinkirchheim.
Der Name des Sees leitet sich vom Ort Millstatt ab. Häufig wird verbreitet, dass Millstatt auf das lateinische mille statuae zurückzuführen sei, was auf der Legende des Domitian beruht. Dieser habe, als er zum Christentum konvertierte, 1000 heidnische Statuen in den See werfen lassen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Name auf das vorslawische „Melissa“ zurückgeht, was „Bergbach“ oder „Hügelbach“ bedeutet. Bei diesem „Milsbach“ handelt es sich vermutlich um den Riegerbach, der in Millstatt in den See mündet.
Die ausgezeichnete Badewasserqualität und die landschaftlich reizvolle Umgebung des Millstätter Sees locken jährlich zahlreiche Urlauber an seine Ufer. 8 Strandbäder befinden sich rund um den See.
Bis zu 24 °C laden zum Baden ein. Infolge der großen Wassermasse ist der Millstätter See sehr temperaturstabil, verglichen mit anderen Kärntner Badeseen liegen die Temperaturen geringfügig niedriger. In den Sommermonaten, von Mai bis September, ist der Wasserkörper streng geschichtet. An der Oberfläche erwärmt sich der See in der Seemitte auf über 22 °C, in Ufernähe auf 24°C und mehr. Die Abkühlung im Herbst verläuft sehr langsam. Die Herbstzirkulation beginnt in der Regel im Dezember, die Frühjahrszirkulation im März. Bildet der See keine Eisdecke aus, zirkuliert der Wasserkörper während des ganzen Winters. Eine geschlossene Eisdecke tritt nur in extrem kalten Wintern auf. Die Eisbildung beginnt am Millstätter See in der Regel im Jänner und endet bereits Ende Februar bis Anfang März.
Sanierungsmaßnahmen am See. In den frühen 1930er Jahren war der Millstätter See ein nährstoffarmer See mit sehr geringen Konzentrationen an Schwebealgen und extrem großen Sichttiefen zwischen 6 m und 10 m. Mit der Zunahme des Tourismus in den 1950er Jahren ging eine Veränderung der Wasserqualität einher, die in „Algenblüten“ und im Rückgang der Sichttiefe zum Ausdruck kam. Verantwortlich dafür, war die Belastung des Sees mit häuslichen Abwässern. Die Abwässer wurden damals direkt in den See und seine Zuflüsse eingeleitet. Mit dem Ausbau der Kanalisation (von 1968 bis 1994) hat ein Reoligotrophierungsprozess eingesetzt, mit dem die auffallenden Algenblüten an der Oberfläche des Sees verschwunden sind. Der See besitzt heute wieder eine ausgezeichnete Badewasserqualität.
Besonderheit Meromixis. Als naturkundliche Besonderheit des Millstätter Sees ist die Teildurchmischung, die Meromixis, zu nennen. In unseren Breiten verhalten sich die Seen meist dimiktisch; d. h. die Seen mischen sich während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und im Herbst, wenn die Wassertemperatur von der Oberfläche bis zum Grund 4 °C beträgt, vollständig durch. Der Millstätter See, als meromiktischer See, erfährt aber nur eine Teilzirkulation. Dies geschieht aufgrund der im Verhältnis zur Seeoberfläche großen Tiefe und der windgeschützten Lage des Sees. Das Tiefenwasser wird nicht von der Umwälzung erfasst. Im Spätherbst und Frühjahr mischt das Wasser bis in Tiefen zwischen 50 und 70 m durch. Nur in Jahren mit starker Windeinwirkung kann der See fallweise tiefer und manchmal bis zum Grund zirkulieren. Das Tiefenwasser, welches sich unterhalb des zirkulierenden Wasserkörpers befindet, ist sauerstofffrei und reich an Pflanzennährstoffen. Aufgrund des Fehlens von Sauerstoff werden hier organische Substanzen nicht vollständig abgebaut, es kommt zur Bildung von Schwefelwasserstoff, dessen Geruch an faule Eier erinnert. Ausschlaggebend für das Phänomen „Meromixis“ sind die im Verhältnis zur Seeoberfläche große Tiefe und die windgeschützte Lage des Sees.
Für den Stoffhaushalt unserer Seen ist die Zirkulation von großer Bedeutung. Mit ihr wird atmosphärischer Sauerstoff von der Oberfläche bis zum Grund eines Sees transportiert. In der Tiefe der Seen finden unter Sauerstoffverbrauch Abbauprozesse statt. Abgestorbene Organismen werden mit Hilfe von Bakterien in ihre anorganischen Bestandteile zerlegt und die Nährstoffe Phosphor und Stickstoff werden freigesetzt. In Seen, deren Tiefenbereiche während der Zirkulation regelmäßig mit Sauerstoff versorgt werden, wird der freigesetzte Phosphor im Sediment gebunden und fällt aus („Phosphorfalle“), sodass nur wenig Phosphor in das Oberflächenwasser gelangt. Bei Seen mit einer Teilzirkulation bleibt das Tiefenwasser naturgegeben sauerstofffrei und es reichern sich Phosphor und Ammonium im Tiefenwasser an. Bei einer tiefergreifenden Umwälzung können Nährstoffe in das Oberflächenwasser gelangen. Dort fördern sie das Algenwachstum. Dieser Vorgang wird als „interne Düngung“ bezeichnet. Eine besondere Rolle spielt im Stoffhaushalt unserer Seen der Phosphor, da sein Angebot das Algenwachstum steuert.
Der Hauptzufluß des Millstätter Sees ist der Riegerbach mit einem Einzugsgebiet von 188,8 km² und einem mittleren Durchfluss von 3.100 l/s. Daneben wird der See noch von einer Reihe kleinerer Bäche gespeist. Der mittlere Abfluss über den Seebach beträgt 5.350 l/s.
Das 2 ha große Landschaftsschutzgebiet Millstätter See - Süd befindet sich im Bereich des Südufers (LGBl. Nr. 50/1970).

Tourismus
Erholung in malerischer Landschaft. Der Millstätter See wurde schon im frühen 20. Jahrhundert wegen der hohen sommerlichen Wassertemperaturen von Erholungssuchenden entdeckt. Auch heute sind Besucher von der malerischen Landschaft begeistert.
Radeln in unverbauter Natur können Sie entlang des Südufers. Auf einem Rundweg kann der Millstätter See umrundet werden. Eine Besonderheit des Seeradweges ist die Möglichkeit, Teilstücke mit dem Radschiff "Peter Pan" zurückzulegen. Von Anfang April bis Ende Oktober verkehren am Millstätter See 4
Linienschiffe, die auf ihrer Route 8 Mal anlegen. Zusätzlich werden Themenfahrten angeboten.
Fischbestand
Im Millstätter See leben folgende 20 Fischarten:
Hecht (Esox lucius) Barsch (Perca fluviatilis) Blau Barsch Aal (Anguilla anguilla) Reinanke (Coregonus lavaretus) Maräne Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) Wels (Silurus glanis) Waller Aitel (Leuciscus cephalus) Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) Karpfen (Cyprinus carpio) Laube (Alburnus alburnus) Steinfischerl Rotauge (Rutilus rutilus) Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) Schleie (Tinca tinca) Zander (Sander lucioperca) Bachsaibling (Salvelinus fontinalis) Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) Seesaibling (Salvelinus alpinus) Barbe (Barbus barbus) Gründling (Gobio gobio) Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua)
Der Fischreichtum des Millstätter Sees war von je her begehrt. Aus einer Urkunde aus dem Jahre 1450 geht hervor, dass die Grafen von Ortenburg Seelehen an ortsansässige Fischer übergaben. Bis in die Gegenwart ist die Erwerbsfischerei ein wesentlicher Wirtschaftszweig.
Besonders einfach und einträglich war der Fischfang am Seeausfluss. Hier konnten zur Laichzeit die großen Lachsforellen mit transportablen Fischzäunen aus Ruten oder mit einer fixen Vorrichtung gefangen werden. Die letzten Reste des Lachsrechens im Seeausfluss, der 1638 erstmals urkundlich erwähnt wurde, waren noch bis in die 1970er Jahre zu sehen. Durch seine aufstauende Wirkung führte er immer wieder zu heftigem Streit, da im Raum Döbriach Felder überflutet wurden.
Die Seeforelle ist die ursprüngliche Salmonidenart im Millstätter See. In Österreich wird sie auch als Alpenlachs oder Lachsforelle bezeichnet. Bereits vor 200 Jahren wurde sie vom Botankier Wulfen beschrieben. Während des Ersten Weltkriegs war die Seeforelle der wichtigste Nutzfisch des Millstätter Sees. Bis über 1.000 kg Seeforellen pro Jahr wurden gefangen. Der Rückgang dieser Fischart wird von NERESHEIMER & RUTTNER (1928) sowie von FINDENEGG (1962) als eine Folge der Einleitung von alkalischen Abwässern durch das Magnesitwerk in Radenthein gesehen.
Heute bemüht sich eine Fischzucht aus Dellach am Millstätter See heimische Seeforellen, die an das Gewässer angepasst sind, zu züchten und zu besetzen. Dabei kommt der Nachzucht von Coregonen, Seeforellen und Seesaiblingen eine besondere Bedeutung zu.
20 Fischarten leben aktuell im Millstätter See. Maräne, Hecht und Barsch sind die Hauptfische. 1925 wurden erstmals Coregonen, nämlich kleinwüchsige Renken aus dem Hallstätter See eingesetzt. Seit Anfang der 1970er Jahre werden großwüchsige Maränen besetzt. Jährlich werden etwa 2 Tonnen ausgefangen. Die Maränen erreichen Stückgewichte bis zu 3 kg. Von den Angelfischern werden die Coregonen mit der Hegene gefangen. Mehrere Köder werden mittels einer Angelschnur so auf und ab bewegt, dass sie schlüpfende Zuckmückenlarven nachahmen. Jährlich im Herbst findet am Millstätter See ein internationaler Anglerwettbewerb um die "Kristallrenke" statt.
Die Barsche im Millstätter See sind relativ großwüchsig, bis zu 1 kg schwer und werden zahlreich gefangen. Im Frühjahr 1989 wurden erstmals im Millstätter See einige Kaulbarsche gefangen. Diese Fischart dürfte durch den Besatz von Flussbarschen im Jahre 1987 aus Frankreich in den Millstätter See mit eingeschleppt worden sein (HONSIG-ERLENBURG & SCHULZ, 1989).
Die früher vorkommende Aalrutte (Lota lota) ist offensichtlich verschwunden, wobei bis zum Jahre 1973 noch Aalrutten von Berufsfischern gefangen wurden und die Erträge in den Jahren davor bis zu 50 kg/Jahr betrugen.
Um auch die tieferen Regionen des Sees mit einer wirtschaftlich interessanten Fischart nutzen zu können, wurden etwa seit Ende des Ersten Weltkrieges systematisch Versuche unternommen, den Seesaibling einzubürgern. Das Besatzmaterial stammte aus dem Grundlsee im Salzkammergut. Diese Fischart ging jedoch, ähnlich wie die Seeforelle, stark zurück. Weiters leben im Millstätter See vereinzelt Gründlinge.
Fischerei am Millstätter See. Der Millstätter See besitzt 18 Fischereirechte, die Seelehen genannt werden. Diese befinden sich in den Händen von 9 Fischereiberechtigten, wobei etwa 60 % der Seefläche zum Eigentum der Österreichischen Bundesforste in Millstatt gehören.
Die Erwerbsfischerei wird von wenigen hauptberuflichen Fischern und einigen Nebenerwerbsfischern betrieben. Vor allem zum Fang von Coregonen werden Schwebenetze verwendet. Früher wurde die Berufsfischerei von Seiten der Österreichischen Bundesforste im größten Anteil des Sees betrieben. Ab dem Jahre 1987 gab man die Berufsfischerei in diesem Bereich auf, die Flächen wurden an den Gebietsverband (Sportfischerei) verpachtet. Der Fischertrag im Millstätter See liegt im Durchschnitt bei 20 kg/ha und Jahr. Für Hobbyangler und Sportfischer ist dieser fischreiche See eine große Herausforderung.
Die Angelsaison dauert von Anfang März bis Mitte Dezember.


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