Ein Bild sagt mehr als tausend Worte .......

Längsee
Allgemeine Beschreibung
Raststätte für Zugvögel. Der Längsee ist ein kleiner, weitgehend naturbelassener Badesee, dessen Südufer verbaut ist. Zugvögel machen auf dem Weg zu ihren Winterquartieren am Längsee eine Rast, was besonders Vogelfreunde erfreut.
Der Längsee gehört mit einer Fläche von ca. 75 ha und einer maximalen Tiefe von 21,4 m zu den kleineren Talseen Kärntens. Er befindet sich auf 550 m Seehöhe in einer flachen Talmulde, die im Osten und im Westen von bewaldeten Hügelzügen begrenzt wird. Wie die meisten Kärntner Seen wurde der Längsee glazial geformt. Er stellt den Rest eines ehemaligen, viel größeren Sees dar. Mit Ausnahme des Westufers, das verhältnismäßig steil einfällt, sind die Ufer flach, versumpft und mit einem schmalen Röhrrichtgürtel umgeben.
Kleine Gerinne aus den umgebenden Hangflächen, die oftmals trocken fallen, und der Grundwasserstrom speisen den Längssee. Aufgrund der schwachen Durchströmung beträgt die Wassererneuerungszeit 11 Jahre. Der Abfluss, der Lavabach, hat eine mittlere Wasserführung von nur 30 l/s. Er entwässert nach Süden, wobei er ein lang gestrecktes Moor durchfließt.
Ausgezeichnete Badewasserqualität. In limnologischer Hinsicht ist der Längsee dem nährstoffarmen, oligotrophen Seentyp mit ausgezeichneter Badewasserqualität zuzuordnen. Der Längsee ist einer der seichtesten teildurchmischenden (meromiktischen) Seen mit einer dauernd stagnierenden und sauerstofffreien Tiefenschicht. Dieses Phänomen ist auf die windberüchigte Beckenlage des Längsees zurückzuführen. Die schwache Durchströmung und die windarmen Frühsommerperioden führen dazu, dass sich der See rasch erwärmt und Temperaturen bis zu 27 °C erreicht. Im Winter bildet der See regelmäßig eine geschlossene Eisdecke aus.
Brutstätte für Vögel. Der Längsee hat für den Frühjahrs- und Herbstvogelzug große Bedeutung, da er an einer Hauptvogelzugslinie liegt. Es brüten an diesem See u. a. Zwergrohrdommeln.
Der Längsee ist Teil des 396 ha großen gleichnamigen Landschaftsschutzgebietes (LGBl. Nr. 35/70).


Tourismus
Kulturelles Leben. Östlich des Längsees liegt das Stift St. Georgen, ein Teilbetrieb des Bistums Gurk, in dem ein Bildungshaus und ein Hotel untergebracht sind. Südlich des Sees liegt die malerische Burg Hochosterwitz. Ein Aufstieg durch die 14 unterschiedlichen Burgtore lohnt sich allemal. Auch mit einer Schrägbahn können die 150 Höhenmeter vom Parkplatz zur Burg bequem überwunden werden.

Fischbestand
Im Längsee leben folgende 13 Fischarten:
Hecht (Esox lucius) Barsch (Perca fluviatilis) Blau Barsch Aal (Anguilla anguilla) Wels (Silurus glanis) Waller Aitel (Leuciscus cephalus) Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) Brachse (Abramis brama) Karpfen (Cyprinus carpio) Laube (Alburnus alburnus) Steinfischerl Rotauge (Rutilus rutilus) Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) Schleie (Tinca tinca) Zander (Sander lucioperca)
Weltrekord-Hecht. Fischereibiologisch kann der See als ein flacher Brachsen- und Hecht-Seetyp bezeichnet werden. Von den angelfischereilich interessanten Arten ist die Brachse die häufigste Fischart, wobei dieser Fisch mit über 50 cm Länge hier besonders groß wird. Im Längsee kommen unter anderem sehr große Hechte vor. So brachte der "Weltrekord-Hecht" vom Mai 1990 ein Gewicht von 29 kg auf die Wage. Der Hechtbestand hat sich vermutlich durch die Dezimierung des Zanderbestandes so gut entwickelt. 1983/84 kam es in Folge eines langen Winters zum völligen Sauerstoffschwund im See, was ein Fischsterben nach sich zog. Der Zanderbestand ist stark zurückgegangen, wodurch sich die Nahrungskonkurrenz für den Hecht verringerte. Zudem bevorzugt der Hecht gegenüber dem Zander klareres Wasser. Der Zander war vor allem früher einer der bedeutendsten Fische im Längsee. Im Frühjahr 2002 konnte seit langer Zeit wieder ein verstärktes Ablaichen von Zandern auf den "Zandernestern" festgestellt werden.
Der fischereiliche Ertrag am Längsee liegt bei ca. 20 kg/ha und Jahr. Die Barsche im Längsee werden über 30 cm groß und teilweise über 1 kg schwer. Außerdem gibt es im Längsee einen relativ guten Bestand an Welsen. Taucher berichten von mindestens 2 m langen Welsen.
Besatz von Fischen. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass sich der Karpfenbestand im Längsee nicht natürlich fortpflanzt, sondern durch einen regelmäßigen Nachbesatz aufrechterhalten wird, wobei diese Fischart sehr gut nachwächst. Auffällig ist auch das besonders gute Wachstum der Rotfedern, welche Längen bis über 40 cm aufweisen. In den 1960er Jahren setzte man insgesamt 60.000 Stück Glasaale in den See ein, die jedoch durch das Fischsterben 1983/84 zahlreich dezimiert wurden.
Anfang der 1970er Jahre wurden einige Amurkarpfen (Ctenopharyngodon idella) eingesetzt, heute ist diese Fischart nicht mehr nachweisbar. Außerdem setzte man Ende der 1960er Jahre Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) und Ende des vorigen Jahrhunderts Seesaiblinge (Salvelinus alpinus) in den See ein. Nach relativ gutem Aufwachsen sind diese Fische jedoch bald aus dem See, der als Lebensraum für Salmoniden nicht geeignet ist, verschwunden.
HARTMANN (1898) beobachtete im Längsee Aalrutten, die heute wieder im Ausrinn des Sees vorkommen (ZWANDER et.al, 1994).
Im Ausrinn des Längsees, dem Lavabach, leben Aitel, Barsch, Rotauge, Schleie, Aalrutte, Wels und Bachforelle. Die Fischartenzusammensetzung im Lavabach verändert sich im Laufe des Jahres. So dominieren im Frühjahr die Barsche, während gegen den Sommer hin die Aitel stark zunehmen. Im Herbst treten verstärkt auch kleine Welse auf.


© 2013 All Rights Reserved  •  Kärntner Institut für Seenforschung  •  Kirchengasse 43  •  9020 Klagenfurt am Wörthersee