Ein Bild sagt mehr als tausend Worte .......

Allgemeine Beschreibung
Der drittgrößte See Kärntens mit 10,79 km² ist der Ossiacher See. Er ist seit jeher ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die natürliche Umgebung und die angenehm hohen Wassertemperaturen, bis 27 °C ziehen im Sommer Badefreunde an seine Ufer. 6 Strandbäder laden zum Verweilen ein. Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen. Der Name Ossiach leitet sich aus dem slawischen Wort osoje ab, was soviel wie Schattenseite bedeutet. Der Ossiacher See befindet sich zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Das Seebecken liegt eingesenkt in altkristalline Gesteinsmassen, die zum Teil von glazialem Schotter bedeckt sind. 2 Becken, die durch eine Schwelle in 10 m Tiefe voneinander getrennt sind, prägen den See. Das östliche, kleinere Becken (3,9 km²) hat eine Tiefe von 11 m, das westliche, große Becken (6,9 km²) ist mehr als 52 m tief. Da große Bereiche des Sees flach sind, ist seine mittlere Tiefe mit 19,6 m im Vergleich zu seiner Fläche relativ gering.
Sanierungsprojekt Bleistätter Moor. Der Hauptzufluss Tiebel mit 1.750 l/s und einige kleinere Bäche aus dem Gebiet der Gerlitzen speisen den See. Die Zuflüsse aus dem Süden sind nur unbedeutend. Im Osten des Sees liegt das von der Tiebel durchflossene Bleistätter Moor mit einer Fläche von etwa 6 km². In den 1930er Jahren wurde das Moor durch Drainagen und Poldergräben entwässert und wird seither landwirtschaftlich intensiv genutzt. Pumpstationen fördern die nährstoffreichen Drainwässer in die Tiebel und in weiterer Folge in den Ossiacher See. Im Rahmen des 
Renaturierungsprojektes Bleistätter Moor sollen Teile des Poldergebietes restrukturiert und geflutet werden. Ziel ist die Reduktion des Schwebstoff- und Nährstoffeintrages in den Ossiacher See.
Der Abfluss, der Ossiacher Seebach, liegt im Jahresmittel zwischen 2.610 l/s (1986) und 5.890 l/s (1965). Der langjährige Jahresmittelwert beträgt 3.320 l/s.
Badewasserqualität – limnologisch einwandfrei. In limnologischer Hinsicht ist der Ossiacher See dem schwach mesotrophen, mäßig mit Nährstoffen belasteten Seetyp mit einwandfreier Badewasserqualität zuzuordnen. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grund durchmischt. In den Sommermonaten erwärmt sich das Oberflächenwasser auf mehr als 24 °C. Der Wasserkörper ist von Mai bis November streng geschichtet. Die Oberflächenschicht, das Epilimnion, reicht bis rund 6 m Tiefe, darunter wird es im Sommer rasch kälter, so dass bis in ca. 15 m Tiefe eine Wassertemperatur von 4 bis 5 °C erreicht ist. Die Eisbedeckung dauert nur wenige Wochen, in milden Wintern bildet der Ossiacher See keine Winterdecke aus. Die limnologische Entwicklung des Ossiacher Sees wird schon seit 1931 beobachtet. Naturbelassene See- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt. Sieben Schutzgebiete nehmen eine Fläche von rund 370 Hektar ein.


Fischarten
Nach einer in den Jahren 1994 bis einschließlich 1997 durchgeführten fischereilichen Untersuchung (FARKAS & OLSACHER, 1998) wurden im Ossiacher See folgende 21 Fischarten nachgewiesen:
Hecht (Esox lucius) Aal (Anguilla anguilla) Reinanke (Coregonus lavaretus) Maräne Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) Wels (Silurus glanis) Waller Aitel (Leuciscus cephalus) Brachse (Abramis brama) Güster (Abramis björkna) Karpfen (Cyprinus carpio) Laube (Alburnus alburnus) Steinfischerl Rotauge (Rutilus rutilus) Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) Schleie (Tinca tinca) Zander (Sander lucioperca) Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) Zährte (Vimba vimba) Karausche (Carassius carassius) Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) Aalrutte (Lota lota) Barbe (Barbus barbus)
Rückgang des Fischartenreichtums. Von den von Findenegg angeführten Fischarten konnte kein Nachweis mehr erbracht werden. Entweder ist ihr Bestand nur mehr sehr gering oder bereits nicht mehr vorhanden. Der Rückgang des Bitterling-Bestandes dürfte Hand in Hand mit dem Rückgang der Großmuscheln stattgefunden haben. Der ursprünglich sehr gute Welsbestand im Ossiacher See ist vermutlich infolge von Eutrophierungserscheinungen stark dezimiert worden. Früher wurden auffallend große Exemplare von Welsen gefangen, etwa im Jahre 1946 ein Waller mit 65 kg und einer Länge von 230 cm. FINDENEGG (1934) gibt das Vorkommen des Nerflings für den See an. Dabei beruft er sich auf Angaben des Biologen Hämpel. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Aitel. **Der Hauptfisch im Ossiacher See ist die Brachse, die ca. 30% des Gesamtbestandes ausmacht. Bei einer während der Laichzeit dieser Fischart durchgeführten Elektrobefischung konnten an einem Tag rund 10 t gefangen werden. Der Rotaugenbestand im Ossiacher See scheint überaltert zu sein, es werden überwiegend große Exemplare gesichtet, der Bestand an jungen Rotaugen ist gering. Auch die Fangzahlen von Hechten sind stark rückgängig, dies kann auf den starken Rückgang des Makrophytenbestandes zurückzuführen sein. Dem Hecht fehlen dadurch geeignete Laichbedingungen und Futterfische, die sich in diesen Bereichen aufhalten. *Nachdem ein Besatz mit Coregonen im 19. Jahrhundert keinen Erfolg brachte, wurden sie im Ossiacher See im Jahre 1982 erneut eingesetzt. Nach einiger Zeit hat sich eine eigene Population entwickelt. *Die Reinanke nimmt mit 10% des Fischbestandes die dritte Stelle nach Brachse und Rotauge ein. Der Bestand an Forellenartigen (Regenbogenforelle, Seeforelle) ist aufgrund der relativ hohen Sommertemperatur und dem Fehlen geeigneter Laichplätze äußerst gering. **Für den Angelsport werden jährlich Karpfen besetzt, es findet keine natürliche Vermehrung statt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Die Lauben bildeten vor allem früher einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung für Welse. Hartmann (1898) berichtet, dass die Lauben zur Laichzeit in Massen gefangen wurden und als Zutat zu Kartoffeln, Sterz oder Polenta im Winter verzehrt wurden. Eine Ursache für den Rückgang des Laubenbestandes dürfte der hohe Bestand der eingeschleppten Wandermuschel (Dreissena polymorpha) sein, die dazu führt, dass die Lauben ihre angestammten Laichplätze meiden (FARKAS & OLSACHER, 1998). Die jährlichen Erträge am Ossiacher See liegen trotzdem noch bei ca. 20 kg/ha. **Flachwasserbiotop als Laichgebiet. Anfang 2000 wurde beim Abfluss des Sees ein ca. 5 ha großes Flachwasserbiotop errichtet. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass das Biotop vor allem als Laichgebiet und Lebensraum für Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Lauben, Hechte und Welse dient. Bereits nach Flutung wurden im Frühjahr massenhaft Lauben sowie Hechte im Biotop gesichtet. Der Flachwasserbereich wirkt sich positiv auf den gesamten Fischbestand des Ossiacher Sees aus. **Angelfischerei. Der Ossiacher See ist in über 30 Fischereiparzellen aufgeteilt.

Fischkarte
Fischereiverein Äsche Tel.: +43 (0) 4242 56368-22 *Falle Fischertreff Tel.: +43 (0) 4242 32540-44 *Kärntner Jagdstuben Tel.: +43 (0) 4242 28826*Kärntner Fischereivereinigung Web: www.kärnten-fischerei.at
Krebsvorkommen
Von Sporttauchern wurden in den letzten Jahren wiederholt Edelkrebse (Astacus astacus) im See beobachtet. Diese sind vermutlich über kleine Zuflüsse aus den Teichen der Ossiacher Tauern, wo sie häufig vorkommen, eingewandert. In den letzten Jahren konnten auch vereinzelt Edelkrebse am oberen Ende des Seebaches, dem Abfluss des Ossiacher Sees, beobachtet werden. Der Ossiacher See ist jenes Gewässer in dem 1880 erstmals nachweislich die Krebspest in Kärnten aufgetreten ist (HAWLITSCHEK, 1892). Bis zum Auftreten der Krebspest zu Ende des vorigen Jahrhunderts, waren nahezu alle Seen Kärntens von einem dichten Edelkrebsbestand besiedelt. Die Krebspest, eine durch einen Schlauchpilz (Aphanomyces astaci) verursachte Seuche, ist in Kärnten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren Wellen aufgetreten und hat einen Schaden ungeheuren Ausmaßes angerichtet. Durch das wiederkehrende Auftreten der Krebspest aber auch durch den Besatz von Aalen, eine ursprünglich in unseren Gewässern nicht heimische Fischart, konnten sich in den meisten größeren Kärntner Seen keine dichten Flusskrebsbestände mehr entwickeln.

Tourismus
Ein beliebtes Urlaubsziel. Der Ossiacher See, wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von „Sommerfrischlern“ besucht. Heute bieten die vielen Hotels und Gastronomiebetriebe in den angrenzenden Ortschaften den Gästen zahlreiche Erholungsmöglichkeiten und Aktivitäten an. Bekannt ist das Stift Ossiach am Südufer, nicht nur wegen des 1024 gegründeten, späteren Benediktiner Klosters, sondern vor allem wegen der hier stattfindenden Veranstaltungen im Rahmen des Carinthischen Sommers.
Im Umland des Ossiacher Sees hat sich ein reger Fremdenverkehr entwickelt. Die Zahl der Nächtigungen ist von ca. 100.000 zu Beginn der 50er Jahre auf etwa 2 Millionen angestiegen. Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach sind die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See, die größte Stadt im Einzugsgebiet ist Feldkirchen mit etwa 7.800 Einwohnern.
Mit dem Fahrrad um den See. Sie können den Ossiacher See mit Fahrrad umrunden. Die Tour führt durch das am Westende des Sees gelegene Laichschongebiet am Ossiacher Seebach (Seeabfluss des Ossiacher Sees). Ein 6,6 ha großes Feuchtgebiet, das durch seine reiche Strukturierung Fischen, Pflanzen, Wasser- und Singvögel Schutz und Nahrung bietet.
Nahe der Stadt Feldkirchen, östlich des Sees, befindet sich ein kleiner Flughafen (ICAO-Kennung: LOKF; Tel.: +43 (0) 4276 2707) für Segelflieger. Am Ossiacher See verkehren von Anfang Mai bis Ende Oktober zwei
Linienschiffe, die 9 Anlegestellen anfahren. 
Stift Ossiach  
Burg Landskron Adler- Arena
Affenberg: www.affenberg.com *Kanzelbahn auf die Gerllitzen: www.gerlitzen.com


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